Die Mode wird voluminöser und eckiger

Inspirationen für den nächsten Frühling und Sommer brachte auf der Brünner Modemesse der Vortrag der Modetrendspezialistin Ellen Haeser aus den Niederlanden. Die Kleiderschränke der Damen werden sich mit mehr lockeren und voluminösen Kleidungsstücken neuer Silhouetten füllen, als Inspiration dienen vor allem die siebziger und neunziger Jahre.

 

Inspirationen für den nächsten Frühling und Sommer brachte auf der Brünner Modemesse der Vortrag der Modetrendspezialistin Ellen Haeser aus den Niederlanden. Die Kleiderschränke der Damen werden sich mit mehr lockeren und voluminösen Kleidungsstücken neuer Silhouetten füllen, als Inspiration dienen vor allem die siebziger und neunziger Jahre.


Modehändler halten jedes Jahr nach Informationen Ausschau, die ihnen helfen würden, sich in neuen Trends zu orientieren, sowie nach Inspirationen, was sie für ihre Geschäfte bestellen sollten.  Auf den Modemessen STYL und KABO kommt ihnen diesbezüglich ein Fachvortrag entgegen, der nicht nur die prägenden Trends für das kommende Jahr vermittelt, sondern auch die wichtigsten Kleidungsstücke präsentiert, die guten Absatz finden könnten.

Die auffallendste Änderung der weiblichen Garderobe besteht im Übergang zu reineren, strengeren Linien. In Mode kommen eckige Mäntel ohne Kragen, asymmetrisch geschnittene Röcke und lange, gerade Westen, kombiniert mit einer neuen Art von breiten und voluminösen Hosen in verkürzter Länge. Auch die Tops haben unregelmäßige Linien, wichtig sind Farbkontraste, ob nun bei grafischen Mustern oder in Kombinationen großer, scharf abgegrenzter Farbflächen. Stoffe werden neu mit Materialien wie Leder oder Velour kombiniert, und in die Sommermode kehrt Braun in verschiedensten neutralen und natürlichen, und selbst schokoladigen Tönen zurück. Typisch sind reine Erscheinungsbilder mit scharf geschnittenen Kanten. Nicht nur Mäntel, sondern auch Kleider sind oftmals mit doppelten Knopfreihen verziert. Aus früheren Saisonen hält die Vorliebe für glitzernde Stoffe, Metallic und grafische Drucke an.  Sportlich inspiriert sind Neopren-Materialien, zum Beispiel zu Netzen geschnitten. Auch echtes Netzwerk wird getragen, Spitzen oder leichte transparente Stoffe in voluminösen Schnitten. Alle diese Trends machen sich auch bei Accessoires bemerkbar. Die neuen Handtaschen sind scharfkantig und kontrastreich farbig, zurück kommen jedoch auch größere, für die Neunziger typische Beutelformen, aufgefrischt zum Beispiel durch grafische Motive.

Ein weiterer prägender Trend ist Handmade-Look mit bunten Farben und Ethnomotiven. Der freie, luftige Stil der Bohème findet Inspirationen in Afrika, bei südamerikanischen Indianern und sogar in Cowboy-Romantik. Typisch sind Schichtungen, Rüschen und Fransenverzierung.  Verwendet werden vor allem Tuch und Gestricke, anzutreffen sind auch feine grafische Muster oder Farbmelangen.  Die neue interessante Farbe ist Mango-Gelb, hervorragend zu kombinieren mit Weiß oder neutralen natürlichen Farbtönen. Die Cowboymode kehrt in ihrer romantischen Form zurück und bringt zum Beispiel reich verzierte Farmerblusen mit breiten Ärmeln, die hervorragend zu Jeans passen.  Zur Wild-West-Romantik gehören auch Fransen und Velour. Der neue Bohème-Stil bringt wiederum Ungebundenheit und Freiheit, typisch sind einfach geschnittene, bis zu bodenlange bedruckte Kleider ohne Ärmel.

Liebhaberinnen von Mehrschichtigkeit werden gewiss die neue Variante des kurzen Unterkleids in Kombination mit langem Netz- oder Spitzenrock begrüßen. Spitzen kommen genauso gut auch bei Tops zur Geltung, zum Beispiel bei Blusen eckigen Schnittes. Neben den klassischen regelmäßigen erscheinen Spitzen jedoch oftmals auch in unregelmäßigen, organischen  oder Spinnennetzformen. Rückkehrer aus den Siebzigern sind Glockenhosen und auch Jeansstoffe in verschiedensten Erscheinungsformen, von klassischen dunkelblauen bis hin zu weißgewaschenen. Eine weitere Neuheit sind längere enge Röcke mit breiten Volants. Und wer keine Angst vor Farben hat, kann sich so richtig austoben. Nicht nur prägnante grafische Motive und breite Streifen, die Materialien für den nächsten Frühling und Sommer strahlen in Collagen satter Farben mit deutlichen Akzenten in Form von grafischen oder auch regenbogenartig verschwommenen Mustern. Die Vorliebe für Blumendrucke hält an, von kleinen bis hin zu großformatigen und sogar tapetenartigen Designs. Getragen werden bequeme Strickkleider, oftmals mit breiten Streifen, und auch Plissee kehrt zurück, ebenso andere Materialien mit 3D-Effekten, d.h. verschiedenen Ausschnitten, Falten, Volants u.Ä.

Und welche werden im kommenden Frühling und Sommer die wichtigsten Bestandteile der Garderobe sein? Laut Ellen Haeser zum Beispiel längere und voluminösere Trenchcoat-Doppelreiher oder eckige Sakkos. Kleider setzen sich in Längen bis zum Boden durch, mit schlanker Silhouette und verziert zum Beispiel durch Raffung oder scharf abgegrenzte Flächen in kontrastierenden Farben.  Ein andere Variante sind Röcke in A-Form mit erhöhter Taille. Was die Länge angeht, wird alles getragen, vom Mini in Tuchform bis hin zu unpraktischen Maxi-Längen bis auf den Boden. Neben bereits beliebten gerafften Tuniken erscheinen eckig geschnittene Tops, und an die Siebziger werden weite, lockere Ärmel erinnern. Neuheit hinsichtlich Material sind T-Shirts aus Leder, aber die überhaupt größte Änderung kommt bei Hosen. Zur Auswahl werden nicht nur traditionell enge oder bequeme weite Hosen mit herabgesetztem Gesäß stehen, neu sind zum Beispiel Wickelhosen, erweiterte Hosen mit hoher Taille und zwei Knopfreihen, Glockenhosen, maxi-lange schlotterige oder extra breite in verkürzter Länge.

In der Herrenmode sind ähnliche Umstürze nicht zu erwarten. Die Hosenlänge bleibt unverkürzt, neue Elemente erscheinen vor allem im Bereich der Taille – interessante Zierdetails, auffällige Knöpfe, Kordelgürtel, Falten und neuerdings auch Plissee.  Streifen, Karos und grafische Muster gelangen von den Hemden auch auf die Jacketts, und voluminösere Schals und Tücher werden zu einem wichtigen Bestandteil der Herrengarderobe. Ähnlich wie in der Damenmode ist auch hier eine Trend zu mutigerer Farbgestaltung bemerkbar, die auch vor kontrastreichen und strahlenden Rot-, Orange- oder Rosétönen nicht zurückschreckt.